G


Gaube/Gaupe

(von frühniederhochdeutsch gauken: spähen, gucken)

Für senkrecht stehende Fenster dienender Aufbau bei schrägen Dächern.

Dach


Gebäude

Ist ein raumbildendes Bauwerk, dass in seiner Bausubstanz eine körperliche Einheit bildet und nicht durch Grenzen eines Bauplatzes, Bauloses oder Eigentumsgrenzen geteilt ist, ausgenommen die zulässige Bebauung von Teilen des öffentlichen Gutes.

z.B. ein großer Bau, ein Bauwerk, Haus.


Gebäudeversicherung

Die Gebäudeversicherung ist eine Versicherung zum Schutz von Gebäuden für Schäden an der Substanz des Gebäudes.


Gebäudewert

Siehe 

Beleihungswert


Geldbeschaffungskosten

Banken verleihen gewöhnlich nicht ihr eigenes Geld, sondern besorgen es sich aus verschiedenen Quellen.

Ihren Gewinn erzielen sie dadurch, dass sie Geld zu höheren Zinsen verleihen, als sie dafür zu zahlen haben.

Die bei der Beschaffung solcher Geldmittel entstehenden Kosten nennt man Geldbeschaffungskosten (die „Geldankaufskosten“ der Bank).


Gemeinschaftsordnung

Die Wohnungseigentümer können sich, im Rahmen der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG), einstimmig und schriftlich ein Statut (Gemeinschaftsordnung) über die innere Organisation und die Willensbildung der Eigentümergemeinschaft geben, wenn keine zwingenden Bestimmungen verletzt werden.


Gesamtfinanzierung


Gesamtkapitalrendite

(Rendite von italienisch rendita: Ertrag)

Die Gesamtkapitalrendite gibt an, wie effizient der Kapitaleinsatz einer Investition innerhalb einer Abrechnungsperiode war.

 

Definitionen:

Reingewinn = Jahresnettomiete – Betriebskosten (nicht umlagefähige Kosten)

 

Fremdkapitalzinsen = jährlicher Zinsbetrag vom Darlehen/Fremdkapital

 

Gesamtkapital = Eigenkapital + Darlehen/ Fremdkapital

 

Eigenkapital = eigenes eingesetztes Kapital

 

Fremdkapital = Darlehen oder Kapital einer anderen Person/Institution

 

Die Formel für die Gesamtkapitalrentabilität lautet:

Gesamtkapitalrentabilität = Reingewinn + Fremdkapitalzinsen x 100

 

Gesamtkapital (Eigenkapital + Fremdkapital)

Das Gesamtkapital besteht aus Eigenkapital und Fremdkapital (Fremdkapital sind Darlehensschulden).

Der Reingewinn ist die Nettomieteinnahme minus Betriebsausgaben wie z. B. Hausgeld (die nicht umlegbaren Kosten, wie z. B. für Instandhaltung, Verwaltergebühr)


Gesamtschuldner

Wenn mehrere Personen einen Darlehensvertrag unterschreiben, verlangt der Darlehensgeber oft eine solidarische Haftung von jedem (z. B. bei einem Ehepaar).

Jeder einzelne Gesamtschuldner ist unabhängig vom anderen zur vollen Zahlung verpflichtet.

Die Bank kann sich dabei frei aussuchen, welchen Gesamtschuldner sie in Anspruch nimmt, sie darf die Leistung jedoch nur einmal verlangen.


Geschoß - Hauptgeschoß

Stockwerk eines Gebäudes, insbesondere eines, das über dem Erdgeschoss liegt.

Keller und Dachgeschoß sind ebenfalls keine Etagen. Diese gelten als Nebengeschoße.


Gläubiger

Gläubigerin/Gläubiger ist eine Person, die gegen eine andere Person (Schuldnerin/Schuldner) einen Anspruch hat.

In einem zweiseitigen Vertrag ist jede Partei gleichzeitig Gläubigerin/Gläubiger und Schuldnerin/Schuldner.

 

Beispiel:

Bei einem Kaufvertrag ist die Verkäuferin/der Verkäufer Gläubigerin/Gläubiger des Kaufpreises und Schuldnerin/Schuldner der Sachleistung. Die Käuferin/der Käufer ist Gläubigerin/Gläubiger der Sachleistung und schuldet den Kaufpreis.


Gleitzinsdarlehen

Im Gegensatz zu einem Festzinsdarlehen, bei dem die Darlehenszinsen auf mehrere Jahre festgelegt sind, kann der Darlehensgeber bei einem Gleitzinsdarlehen die Zinsen jederzeit einseitig ändern (allerdings nicht willkürlich, sondern grundsätzlich mit Bezug zu Leitzinsen an den Kapitalmärkten). Damit verbunden ist ein Zinsänderungsrisiko, was bedeutet, dass die Zinsen und damit auch die zu zahlenden Raten steigen können.

Ein Gleitzinsdarlehen ist nur in Zeiten hoher oder fallender Zinsen sinnvoll, und auch nur dann, wenn als sicher anzunehmen ist, dass die Zinsen sinken

werden.

Trotzdem kann ein variables Darlehen üblicherweise jederzeit in ein Festzinsdarlehen umgeschrieben werden, wenn der Kreditnehmer es wünscht.


Globalbelastung

(global von lateinisch globus: Kugel, Klumpen = das Gesamte)

Auch Globalgrundschuld genannt. Bezeichnet eine Grundschuld, die auf mehreren Grundstücken lastet. Das bedeutet, dass jedes einzelne Grundstück für den Gesamtbetrag der ins Grundbuch eingetragenen Grundschuld haftet.

Siehe auch unter Freistellungserklärung.

 

Beispiel:

Ein Bauherr lässt ein Mehrfamilienhaus bauen, dessen Wohnungen er einzeln verkaufen will. Die einzelnen Wohnungen stellen, damit sie verkauft werden können, rechtlich einzelne Grundstücke dar. Durch die Globalbelastung lastet aber die Grundschuld, mit der das Darlehen der finanzierenden Bank gesichert ist, auf allen Eigentumswohnungen. Somit sind nicht auf jede der beispielsweise 10 Eigentumswohnungen 100.000 Euro eingetragen, sondern auf jede 1 Million Euro.

Natürlich darf die Bank insgesamt nur 1 Million Euro verlangen.


Grenzkataster

der Grenzkataster ist nach Katastralgemeinden angelegt und dient zum verbindlichen Nachweis der Grenzen der Grundstücke und zur bloßen Ersichtlichmachung der Benützungsarten, Flächenausmaße und sonstiger Angaben zur leichteren Kenntlichmachung der Grundstücke. 


Grundbuch

(Grund von althochdeutsch grunt: Boden; Buch von althochdeutsch buoh: Schriftstück, Buch)

Beim Bezirksgericht geführtes Register, in welches die Liegnschaft, die Eigentumsverhältnisse und die auf ihm ruhenden Belastungen eingetragen werden (z. B. Grundschuldsicherheiten für die Bank, Durchfahrtsrechte Nachbar etc.).

Das Grundbuch kann bei berechtigtem Interesse von jedermann (z. B. Käufer) eingesehen werden. Siehe auch Grundbuchsdatenauszug.


Grundbuchsdatenauszug

(Grund von althochdeutsch grunt: Boden; Buch von althochdeutsch buoh: Schriftstück, Buch)

Ein Grundbuchauszug bzw. Grundbuchblatt ist wie folgt unterteilt:

  • Bestandsverzeichnis A-Blatt

Enthält die Angaben aus dem Kataster (Verzeichnis der Grundstücke), wie das Grundstück genutzt wird und wo es liegt.

 

  • Eigentumsverhältnisse B-Blatt

Enthält Angaben über den Eigentümer und die Rechtsgrundlage für die Eintragung des Eigentümers.

 

  • Verzeichnis der Lasten C-Blatt

Enthält alle Eintragungen über die finanziellen & rechtlichen Belastungen des Grundstückes, z.B. Pfandrechte, wie hoch diese sind und zu wessen Gunsten. Aber auch z.B. Wegerecht, wenn also jemand, um das Nachbargrundstück zu erreichen, über das Grundstück fahren oder gehen muss.

 

Diese Daten sind in Österreich öffentlich zugänglich.


Grundbuchseinlage

Eine Grundbuchseinlage im Grundbuch, welches in der Regel in Katastralgemeinden aufgeteilt ist (KG), eingetragen ist, wird durch eine Einlagezahl registriert.

Eine Grundbuchseinlage kann eines oder auch viele Grundstücke, bei welchen die Eigentumsverhältnisse gleich sind, erfassen.

Die Anführung der Kulturgattung oder Widmung des Grundstückes im A1-Blatt der Einlage stellt nicht einmal ein Indiz für baurechtliche Qualität desselben dar. 

Sind mehrere Personen Eigentümer einer Liegenschaft, dann werden sie in Beziehung auf die Liegenschaft als eine Person beachtet.


Gründerzeit/Gründerjahre

Als Gründerzeit bezeichnete Zeitperiode in Deutschland, Österreich-Ungarn nach dem Krieg gegen Frankreich im 19.Jahrhundert. (speziell 1870 - 1873)

Da Frankreich den Krieg verloren hatte, musste es Entschädigung in Milliardenhöhe zahlen, wodurch in

Deutschland, Österreich-Ungarn viel Geld für die Gründung von Unternehmen und den Bau von Häusern zur Verfügung stand.


Grunderwerbsteuer

(Steuer von althochdeutsch stiura: Stütze, Unterstützung)

Steuer, die der Staat beim Kauf von Immobilien einmalig erhebt. Nicht zu verwechseln mit der Grundsteuer.


Grundpfandrecht

Das Recht, ein Grundstück bzw. eine Immobilie bei Nichterfüllung der Darlehensvereinbarungen zu pfänden.

Siehe

Grundschuld (Hypothek)


Grundschuld (Hypothek)

Eine Sicherheit, die eine Bank auf Immobilien eintragen lässt, um sicherzustellen, dass vergebene Darlehen durch die Immobilie gesichert sind.

Meist verlangt die Bank zusätzlich zu einer Grundschuld auch die persönliche Haftung mit dem Vermögen des Darlehensnehmers.

Wenn ein Darlehensnehmer seiner Zahlungsverpflichtung nicht nachkommt und die Bank keine andere Möglichkeit sieht, ihr Geld einzutreiben, ist sie durch die Grundschuld berechtigt, die Immobilie versteigern zu lassen.

Durch die eingetragene Grundschuld wird ebenfalls verhindert, dass der Besitzer die Immobilie verkauft, ohne dass die Bank das

von ihr gewährte Darlehen zurückerhält.


Grundsteuer

(Grund von althochdeutsch grunt: Grund, Boden; Steuer von althochdeutsch stiura: Stütze, Unterstützung)

Eine Steuer auf Grundvermögen, die auf Grundlage des Einheitswerts festgesetzt und von der Gemeinde erhoben wird.


Grundsteuerkataster

Diese Funktion ist durch Änderung der Steuergrenze mehr oder weniger verloren gegangen.

Heutzutage bedient man sich des Grenzkatasters.

Grenzkataster


Grundstück

Ist ein im Kataster mit eigener Nummer bezeichneter Teil der Erdoberfläche. 

Die Bezeichnung der Grundstücke erfolgt durch arabische Ziffern, z. B. Gst. 26/1.


Quelle: Wikimedia Foundation Inc., Alex Fischer - Düsseldorf, Cosmo Paris Anders