B


Balkon

(von althochdeutsch balko: Balken)

Ein offener Vorbau an einem Gebäude, der durch ein Gitter oder eine halbhohe Mauer abgeschlossen ist und vom Innern des Gebäudes betreten werden kann.


Bauanzeige

(Bau von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen)

Mitteilung an die Bauaufsichtsbehörde beim geplanten Bau oder Umbau von Immobilien

(„Wir starten jetzt mit der Durchführung der Baumassnahme“). Unter bestimmten Umständen (sehr selten) reicht eine Bauanzeige, die für den Bauherrn von einem Architekten oder Bauingenieur verfasst wird, aus.

Ist das nicht der Fall, muss eine Baugenehmigung eingeholt werden.

Jede Baugenehmigung enthält ein vorgefertigtes Formular zur Bauanzeige.


Baubeschreibung

(Bau von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen)

Beim Bau von Immobilien legen die Baubeschreibung und die Baupläne den Umfang dessen fest, was der Bauträger sich für den Bauherrn herzustellen verpflichtet.

Diese Angaben bestimmen somit seine Leistungspflicht.

Dies bedeutet zugleich, dass sowohl die Baubeschreibung als auch der Bauplan mit zu beurkunden sind. Gerade wegen der Bedeutung dieser Unterlagen ist es von größter Wichtigkeit, dass der Bauherr sie gewissenhaft überprüft.

In der Regel wird er dies mangels ausreichender fachlicher Qualifikation nicht selbst können.

Daher ist es ratsam, die Vollständigkeit und angebotene Qualität von einem Architekten/Ziviltechniker prüfen zu lassen.

Die Ausgabe lohnt sich, um von späteren unliebsamen Überraschungen verschont zu bleiben.


Bauen

(von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen)

Etwas planmäßig zusammenfügen, errichten, aufbauen.


Bauführer

Ist derjenige, der über Auftrag und Rechnung des Bauherren ein Bauwerk tatsächlich ausführt. 

Grundsätzlich darf ein Bauwerk nur von einem befugten Bau-gewerbetreibenden ausgeführt werden. 


Baugebrechen

Ein solches liegt vor, wenn der mindere Zustand eines Bauwerkes das öffentliche Interesse beeinträchtigt. 

Das öffentliche Interesse wird beeinträchtigt, wenn Interessen der öffentlichen Sicherheit oder Gesundheit dadurch gefährdet, oder wenn das Stadtbild gröblich verunziert wird.


Baugenehmigung

(Bau von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen)

Die Baugenehmigung ist die nach der jeweiligen Bauordnung der einzelnen Bundesländer vorgeschriebene förmliche Genehmigung einer Baumaßnahme. Ohne sie darf mit der Durchführung nicht begonnen werden.

Als Faustregel kann man sagen, dass sobald in die Außenhülle oder die Statik des Gebäudes eingegriffen wird (Deckendurchbrüche, tragende Wände etc.),

grundsätzlich eine Baugenehmigung benötigt wird.


Baugrund

Jede für eine Bebauung gewidmete Fläche.

Flächenwidmung


Bauherr

Ist derjenige, über dessen Auftrag und für dessen Rechnung ein Bauwerk aufgeführt wird.


Baulos

Eine zur Bebauung ausdrücklich gewidmete Fläche im Bauland - Gartensiedlungsgebiet.


Bauliche Veränderungen

(Bau von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen)

Eine bauliche Veränderung des Allgemein-Eigentums eines Mehrfamilienhauses (mit Eigentumswohnungen im Besitz mehrerer Eigentümer) ist nur erlaubt, wenn alle Wohnungseigentümer zustimmen.

Im Wohnungseigentümervertrag kann bestimmt werden, dass man für bestimmte Maßnahmen, wie z. B. Markisen anzubringen, keine Zustimmung oder nur eine einfache Mehrheitsentscheidung der Eigentümergemeinschaft braucht.

Manchmal wird geregelt, dass bestimmte bauliche Veränderungen mit Zustimmung des Verwalters vorgenommen werden dürfen, so dass keine Beschlussfassung durch die Gemeinschaft nötig ist. Es ist daher immer wichtig,

erst im Wohnungseigentümervertrag  nachzulesen, was dort zu baulichen Veränderungen gesagt ist. Steht dort nichts, so braucht man, bevor die Maßnahme durchgeführt wird, die Zustimmung aller Wohnungseigentümer. Wenn man unsicher ist, ob es sich um eine bauliche Veränderung handelt, sollte man seinen Verwalter fragen und ihn bitten, schriftlich Auskunft zu erteilen.

Fehlt die Zustimmung und wird die bauliche Veränderung dennoch durchgeführt, läuft man Gefahr, dass man die Veränderung auf eigene Kosten wieder beseitigen muss.


Bauplatz

Ein Baugrund im Bauland, der als Bauplatz ausdrücklich gewidmet ist.

Flächenwidmung


Baurecht - das Recht zu Bauen

(„ein Recht zu bauen, das auch vererbt werden kann“) - Nicht zu verwechseln mit der Bau-Ordnung, welche die Rechtlichen Rahmenbedingen zur Errichtung von Bauwerken vorgibt.

Ein auf bestimmte Zeit – meistens 100 Jahre – ins Grundbuch eingetragenes Recht, auf einem Grundstück, das nicht zum Eigentum gehört, ein Bauwerk zu haben.

Der Grund und Boden ist also nicht mitverkauft, sondern „gepachtet“. siehe Superädifikat

Das Erbbaurecht kann vererbt und veräußert werden.


Bauschein

(Bau von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen; Schein von althochdeutsch scin: scheinen, so aussehen)

Diesen Schein bekommt man, wenn man die Baugenehmigung erhalten hat (vereinfacht gleichzusetzen mit der Baugenehmigung, genau genommen ein Teil davon).


Bauspardarlehen

Baufinanzierungsdarlehen einer Bausparkasse.

Darlehen


Bausparkasse

Ursprünglich eine Genossenschaft (Zusammenschluss von Leuten, die die gleichen Absichten haben) mit dem Zweck, dass jeder regelmäßig in einen Topf einspart und damit anderen die Möglichkeit gibt, ein Darlehen zum Hausbau zu bekommen (aus dem angesparten Geld). Wenn man anderen lange genug Geld zur Verfügung gestellt (eingezahlt) hatte, erwarb man selbst einen Anspruch auf ein Darlehen.


Bausparvertrag

Vertrag mit einer Bausparkasse, durch den ein Bausparer einen Anspruch auf ein Bauspardarlehen erwirbt, nachdem er Sparbeiträge eingezahlt hat.

Man schließt z. B. einen Vertrag über 25.000 Euro ab. Davon spart man ca. die Hälfte selbst an.

Dafür werden nur geringe Guthabenzinsen gezahlt.

Nach einer gewissen Frist kann man jedoch die andere Hälfte der vereinbarten Summe als Darlehen (Bauspardarlehen) mit günstigen Zinsen bekommen.

Hierzu gibt es Hunderte von Tarifen mit unterschiedlichen Guthabens- und Darlehenszinsen, unterschiedlichen Ansparquoten (wie viel muss ich angespart haben, bis ich mein Darlehen bekomme?) Und wie lange muss ich warten, bis mein Darlehensanspruch besteht?).

Darüber hinaus fördert der Staat das Bausparen unter gewissen Bedingungen mit Wohnungsbauprämien.


Bauträger

(Bau von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen; Träger von althochdeutsch tragan: etwas tragen, die Verantwortung für etwas haben)

Unternehmen, die Grundstücke erwerben und mit Häusern oder Eigentumswohnungen schlüsselfertig bebauen, um sie Interessenten zum Kauf anzubieten.


Bauträgermodel

(Bau von germanisch bu: sesshaft werden, sich niederlassen; Träger von althochdeutsch tragan: etwas tragen, die Verantwortung für etwas haben; Modell von lateinisch modus: die Art und Weise, wie etwas gemacht wird)


Bauwerber

Ist der Antragssteller um eine Bewilligung (sein Wechsel - auch noch nach der Erteilung der Bewilligung - ist der Behörde anzuzeigen).


Bauwerk

Ist jede Anlage, die zu ihrer fachgerechten Herstellung bautechnische Kenntnisse erfordert und die mit dem Boden in Verbindung steht. 


Bearbeitungsgebühr/Entgelt

Von Banken einmalig erhobene Gebühr für die Bearbeitung des Darlehensantrags.


Bebaute Grundfläche

Ist eine solche nicht, die nur gegen Widerruf oder unbefugt bebaut wurde.

Im Umkehrschluss, es kann auch sein, dass nicht darauf seht.


Bedingungen

Umstände, mit deren Eintritt eine bestimmte Rechtswirkung (rechtliche Konsequenz) eintreten oder enden soll.


Bedingungsanpassung


Belastung, mtl.

Im Rahmen der Prüfung der Bonität ermittelt die Bank, ob für den Kunden die laufende Belastung aus dem gewünschten Darlehen tragbar ist.

Dabei werden alle sonstigen finanziellen Verpflichtungen des Kunden berücksichtigt.

Ob das verbleibende Einkommen für den Lebensunterhalt ausreicht und damit die monatliche Belastung tragbar ist, hängt von der Höhe des Einkommens, der Größe der Familie, dem gewohnten Lebensstandard und nicht zuletzt davon ab, wie sicher auch in Zukunft mit diesem Einkommen gerechnet werden

kann.

Hier arbeiten Banken mit tabellarischen Pauschalbeträgen. Einen allgemein verbindlichen Satz für ein Mindesteinkommen gibt es daher nicht.


Beleihung (Pfandrecht)

Das Beleihen. Als Pfand bzw. Sicherheit nehmen und dafür Geld geben.

 

 

Beispiel:

Jemand leiht sich von seiner Bank 100.000 Euro und erwirbt mit diesem Geld eine Eigentumswohnung. Die Bank verlangt für dieses Darlehen eine Sicherheit.

Für die Bank wird daher im Grundbuch dieser Wohnung die Eintragung einer Grundschuld oder Hypothek vorgenommen.

Die Bank beleiht also die Eigentumswohnung. Sollte der Kreditnehmer seinen Ratenzahlungen nicht nachkommen, kann die Bank die Eigentumswohnung

versteigern lassen und sich aus dem Erlös befriedigen.


Beleihungsobjekt

Als Beleihungsobjekt bezeichnet man Grundstücke, Häuser oder Eigentumswohnungen, die als Sicherheit für eine Baufinanzierung dienen.


Beleihungswert

(von althochdeutsch wird: Preis)

Bei der Beleihung einer Sicherheit wird vom Kreditgeber einem Vermögensgegenstand (z. B. einem Grundstück) ein bestimmter Wert, der Beleihungswert, zugeordnet; dieser Wert bestimmt die Höhe der möglichen Beleihung.

 

Faustregel: 80 Prozent des Verkehrswerts.


Bereitstellungszinsen

(von lateinisch census: Schätzung, Steuer)

Zinsen, die die Bank für den Fall verlangt, dass das Darlehen nicht (rechtzeitig) ausbezahlt (abgerufen) wird. Da die Bank die Gelder „reserviert“ und eventuell selbst Zinsen an den Bereitsteller (z. B. Bundesbank oder Pfandbriefkäufer) entrichten muss, werden hier auch ohne Auszahlung des Darlehens

Zinsen fällig.


Betriebskosten (BK)

Aus dem Wirtschaftsplan ergibt sich ein monatlicher Betrag, den der einzelne Eigentümer an den WEG-Verwalter zu entrichten hat.

Dieser Betrag wird Betriebskosten genannt. Die BK enthalten umlagefähige Kosten, welche der Eigentümer gegebenenfalls auf seinen Mieter umlegen kann.

Die Betriebskosten enthalten auch Kosten, die nicht umlagefähig sind und vom Eigentümer selbst getragen werden müssen.

Dies sind in der Regel die Kosten für die Verwaltung, Reparaturen und die Instandhaltungsrücklage.


Beurkundung

(von althochdeutsch urkundi: Erkenntnis über etwas)

Bestätigen des konkreten Zusammenkommen. 

Von einem Notar erstellter Vertrag. Der Vertrag wird dabei den beteiligten Parteien vom Notar vorgelesen und von ihnen in seiner Anwesenheit unterschrieben.

Bei Geschäften mit Immobilien ist eine notarielle Beurkundung gesetzlich vorgeschrieben. Käufer und Verkäufer können, während der Vertrag vorgelesen

wird, Fragen stellen.

Die Kosten der Beurkundung richten sich nach dem Kaufpreis der Immobilie und nach der Tarifordnung des Urkundenerrichters, nicht nach der aufgewendeten Zeit. Der Notar ist im Gegensatz zum Anwalt verpflichtet, keine Partei zu ergreifen, und muss beide Seiten neutral beraten.


Bewirtschaftungskosten

(Bewirtschaftung von althochdeutsch wirtscaft: das, was mit der Tätigkeit als Wirt zu tun hat,

wobei Wirt sowohl der Hausherr wie auch der Gastwirt sein kann)

Kosten für den laufenden Betrieb und die Unterhaltung einer Immobilie, z. B. Kosten fürHeizung und Wasser, Grundsteuer, Versicherungsbeiträge,

Reparaturen, etc..


Bezirksgericht

Die unterste Stufe der österreichischen Gerichte.

 

Neben seinen gerichtlichen Aufgaben erfüllt das Amtsgericht viele andere Funktionen, wie z. B. die Führung des Grundbuches, in dem alle Grundstücke und die darauf befindlichen Immobilien samt Eigentümern und Lasten, etc. verzeichnet sind.


Bezugsfertig

Bezugsfertig ist eine Wohnung dann, wenn das Bauwerk entsprechend seiner Funktion genutzt werden kann.

So müssen die notwendigen Einrichtungen vorhanden und funktionsfähig sein, um dort wohnen zu können.

Hierzu gehören Elektro-, Sanitär- und Heizungseinrichtungen.

Auch der Zugang zum Objekt muss gewährleistet und sicher sein. Ein Treppenhaus ohne Geländer oder einen vergleichbaren Hilfsschutz erfüllt diese  Voraussetzung nicht.

Im Inneren müssen die Türen und Fenster vorhanden sein. Es müssen die notwendigen Anschlüsse für die Küche bestehen.

Natürlich müssen auch die Malerarbeiten im Wesentlichen erledigt sein.


Bodenwert

Der Bodenwert eines Grundstücks wird als ungekürzter durchschnittlicher Bodenwert pro Quadratmeter Grundstücksfläche bezeichnet.

Ungekürzt deshalb, weil hier noch keine Kürzung für die Bebauung und pauschale Erhöhungen erfolgt.

Den Bodenwert Ihrer Liegenschaft können Sie bei Ihrem zuständigen Lagefinanzamt anfragen.


Bonität - Prüfung

(von lateinisch bonitas: Vortrefflichkeit)

Ein Maßstab für die Kreditwürdigkeit von Schuldnern. Jede Bank prüft aufgrund gesetzlicher Vorschriften die Bonität des Kunden, wenn sie über die Kreditvergabe entscheidet.

D. h., sie prüft, wie viel Vermögen er besitzt und ob er nach Abzug der für eine angemessene Lebensführung erforderlichen Beträge von seinen regelmäßig erzielten Einkünften in der Lage ist, die laufenden Kreditkosten zu zahlen.

Weiter prüft die Bank, ob sein bisheriges Verhalten Gewähr dafür bietet, dass er eingegangenen Verpflichtungen pünktlich nachkommt.

Zu diesem Zweck werden häufig auch Auskünfte vom Kreditschutzverband (KSV) eingeholt. Die Bonitätsprüfung liegt nicht zuletzt auch im Interesse

des Kunden, denn wenn er ein Darlehen aufnimmt, das er sich nicht leisten kann, wird ihn das früher oder später in Schwierigkeiten bringen.


Bürgschaft

(von altnordisch abyrgd: Verantwortung für etwas)

Durch einen Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Darlehensgeber, für die Erfüllung der Verpflichtungen des Darlehensnehmers einzustehen, falls dies nötig sein sollte.

Das gibt dem Darlehensgeber mehr Sicherheit, denn wenn der Darlehensnehmer den Ratenzahlungen für seinen Kredit nicht nachkommen kann, kann der Darlehensgeber auf den Bürgen zurückgreifen.


Bürgschaftsgebühr

(Bürgschaft von altnordisch abyrgd: Verantwortung für etwas)

Soweit im Rahmen der Wohnungsbaufinanzierungen Bürgschaften, insbesondere von Kreditinstituten, eingesetzt werden, erhebt der Bürge (meist die Bank) für die Übernahme des Risikos sowie den Prüfungs- und Verwaltungsaufwand eine einmalige oder laufende Bürgschaftsgebühr, die dem Darlehensnehmer in Rechnung gestellt wird.


Quelle: Wikimedia Foundation Inc., Alex Fischer - Düsseldorf, Cosmo Paris Anders