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Ablösung

Unter Ablösung versteht man umgangssprachlich die Übertragung eines Darlehens/Kredites einschließlich etwaiger hierfür bestellter Sicherheiten von einem Gläubiger (meist Kreditinstitut) an einen anderen.

Das Abbezahlen eines bestehenden Darlehens (Abgeltung einer Schuld) oder Ersetzen eines bestehenden Darlehens durch ein neues (Umschuldung/Umfinanzierung). Gewöhnlich dann sinnvoll, wenn man dadurch bessere Finanzierungskonditionen erhält, oder die Bank wechseln möchte.


Abnahmeverpflichtung

Eine Abnahmeverpflichtung ist die Pflicht zur Entgegennahme beziehungsweise Vergütung von Lieferungen oder Leistungen, meist innerhalb einer Abnahmefrist.

Ein Beispiel ist die Verpflichtung des Darlehensnehmers, das in der Kreditzusage beschriebene Darlehen innerhalb der vereinbarten Frist (Abnahmefrist) abzunehmen, d. h. durch Auszahlung in Anspruch zu nehmen. Es muss also abgenommen werden.


Abschreibung

(aus der Buchführung: tilgen, löschen, abbuchen)

Ein Begriff aus dem Steuerrecht. Der Wertverlust eines Wirtschaftsgutes, der steuerlich abgesetzt werden kann.

Alle Wirtschaftsgüter eines Betriebes, deren Nettoanschaffungskosten (ohne Umsatzsteuer) über 400,- EUR liegen (Wert Stand 2017), müssen auf ihre Nutzungsdauer verteilt über mehrere Jahre abgeschrieben werden. 

Die entsprechenden Sätze werden vom Finanzamt vorgegeben. 

Da Immobilien, die man als Kapitalanlage erwirb, ebenfalls ein Wirtschaftsgut darstellen, können die Abschreibung des Gebäudes (ohne die des Grundstückes, das keiner Wertminderung unterliegt) abgesetzt werden. 


Absetzung für Abnutzung (AfA)

Ein Begriff aus dem Steuerrecht. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich manche Güter, die man anschafft, im Laufe der Zeit abnutzen und damit an Wert verlieren. Somit ergibt sich ein Wertverlust, den man steuerlich geltend machen kann. 

Das gilt für Unternehmen, gewerblich tätigen Personen, bei Immobilien, aber zum anderen auch für Privatpersonen, im Falle der Vermietung oder Verpachtung. 

Bemessungsgrundlage

Als Grundlage für die AfA werden grundsätzlich die Anschaffungs- und Herstellungskosten herangezogen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass die Anschaffungskosten für den Grund und Boden unberücksichtigt bleiben, weil Grund und Boden nicht abnutzbar ist.

 

Wurde ein bereits vermietetes Gebäude unentgeltlich erworben, muss die Erwerberin/der Erwerber die AfA seiner Rechtsvorgängerin/seines Rechtsvorgängers fortsetzen. Es kann daher keine neue Bemessungsgrundlage und kein neuer AfA-Satz angewendet werden.

 

Wird ein früher angeschafftes Gebäude erstmalig zur Vermietung und Verpachtung benutzt, sind als Bemessungsgrundlage für die AfA grundsätzlich die fiktiven Anschaffungskosten zum Zeitpunkt des Beginns der Vermietung heranzuziehen. Bei erstmaliger Vermietung ab 1. Jänner 2013 dürfen die fiktiven Anschaffungskosten nur noch für "Alt-Gebäude" (letzter entgeltlicher Erwerb vor dem 31. März 2002) angesetzt werden. Für "Neu-Gebäude" sind stets die tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten maßgeblich. Die Vermietung ist aber dann nicht "erstmalig", soweit die Steuerpflichtige/der Steuerpflichtige – egal wie lange zurück – das Gebäude irgendwann bereits vermietet hat. In diesem Fall muss die seinerzeitige AfA fortgesetzt werden.


Abstandsfläche - Seitenabstand/Baulich

Der dem Gesetz entsprechende Mindestabstand eines Gebäudes zu den seitlichen und hinteren Grundstücksgrenzen.


Abtretung

Übertragen eines Rechtes (von einem alten Gläubiger, z. B. man selbst) auf einen (neuen) Gläubiger (Darlehensgeber). Bei der Baufinanzierung spielt die Abtretung einer Grundschuld (auch Hypothek oder Grundpfandrecht), etwa bei Umschuldungen, eine Rolle. Sie erübrigt die Eintragung einer neuen Schuld ins Grundbuch zugunsten des neuen Darlehensgebers. Dieser wird jedoch erwarten, dass die Bedingungen der abzutretenden Grundschuld seinen Anforderungen entsprichen (Zinssatz, Nebenleistungen und Vollstreckbarkeit). Auch die Teilabtretung von Grundschulden ist möglich.

 

Die Abtretung von Rechten und Ansprüchen aus Sparverträgen oder kabitalbildenden Versicherungen ist ebenfalls möglich. 

Beispiel:

Eine Lebensversicherung wird an eine Bank für ein Darlehen abgetreten. Der Darlehensnehmer verpflichtet sich, weiterhin die Lebensversicherung anzusparen, das angesammelte Guthaben dient jedoch der Bank als Sicherheit oder zur späteren Rückzahlung des Darlehens. Bei Verkauf der Immobilie (sofern der Kaufpreis höher ist als das Restdarlehen) würde dann die Abtretung wieder freigegeben und der Käufer könnte über die Lebensversicherung wieder frei verfügen.


Abwicklungsnotar

(von lateinisch notarius: Schreiber, Sekretär, Schnellschreiber, bzw. notare: kennzeichnen, aufzeichnen, bemerken anmerken, später: durch kaiserliche Gewalt bestellter öffentlicher Schreiber)

Der Notar, der sich um alle dem Kauf zusammenhängenden notariellen Aufgaben kümmert, den Vertrag also "abwickelt" (im Gegensatz zum "Angebotsnotar" - oft sitzen Käufer und Verkäufer nicht am selben Ort und man bedient sich folgender Lösung: Inder Nähe des Käufers wird ein vom Abwicklungsnotar entworfener Kaufvertrag as Angebot vom Angebotsnotar verlesen (beurkundet). 

Dieser schickt die Urkunde dann an den Abwicklungsnotar, wlecher sich um die Genehmigung durch den Verkäufer kümmert, wie auch um die Abwicklung mit Stadt und Ämtern, bis zur Kaufpreiszahlung und Eigentumsübertragung).


AfA


Allgemeine Darlehensbedingungen

(Darlehen von althochdeutsch "darleihen": leihweise überlassen; Bedingungen von mittelhochdeutsch bedingen: ursprünglich aushandeln, vereinbaren, daraus wurde dann verursachen, zur Folge haben.)

Von der Bank vorformulierte Vertragsbestimmungen, die grundsätzlich für alle Kunden bei der Abwicklung eines Darlehens gelten.


Allgemeine Teile einer Liegenschaft

Alles was nicht ausdrücklich oder konkludent von allem Mit- und Wohnungseigntümern als Wohungseigentumsobjekt bzw. Zubehör-Wohnungseigentum gewidmet ist, hat die Widmung als allgemeiner Teil.

 

Allgemiene Teile der Liegenschaft sind entweder notwendig allgemeine Teile, die für die gemeinsame Benützung der Liegenschaft unentbehrlich sind (Stiegenhäuser, Gänge, Zufahrten, etc.) und der ausschließlichen Benutzung durch einen Wohnungseigentümer schon in ihrer Natur nach nicht zugänglich sind, oder solche Teile, die von den Miteigentümern als allgemeiner Teil der Liegenschaft gewidmet wurden (Hausbesorgerwohnung, Fahrrad., Müllraum, allgemeiner Hausgarten, Sammelanlage, etc.), die aber anstelle einer Widmung als allgemeiner Teil auch eine solche als Zubehör-Wohnungseigentum oder selbstständigs Wohnungseigentumsobjekt erhalten könnten.


Amortisation

(von französisch amortir: abtöten, tilgen)

Anderes Wort für Tilgung. Während die Zinsen die "Leihgebühr" für ein Darlehen sind, bedeutet Amortisation oder Tilgung die "Rückzahlung". Man versteht darunter den monatlichen oder einmaligen Teil, der zur Reduktion der Schuld bezahlt wird.


Amtlicher Lageplan/Stadtplan (Kataster)

(Plan von lateinisch planum: Ebene)

Stellt due abgegrenzten Grundstücke, die planungsrelevante Topographie (also Häuser, Wege, Straßen, Bäume usw.) und andere Details einer Gegend dar. Er wird benötigt, um einen Bauantrag stellen zu können.


Anbaureife - Versorgung

Das Vorliegen der notwendigen Versorgungs- und Entsorgungsleitungen sowie die unmittelbare Verbindung eines Bauplatzes mit den öffentlichen Gut, welches mit dem ausgebauten Straßennetz durch eine befestigte Verkehrsfläche in Verbindung steht.


Anderkonto

("ein Konto für Andere". Konto von lateinisch computare: berechnen, rechen, zusammenzählen)

Ein Treuhandkonto, dass der Notar auf Wunsch bei Abwicklung eines Kaufvertrages führen kann.

Kaufpreise werden vom Käufer darauf eingezahlt und der Notar stellt dann die Auszahlung an den Verkäufer sicher. 

Der Notar haftet allen Parteien gegenüber Fehler und Missbrauch, und ist auch dahingehend versichert. 

Siehe auch

Notaranderkonto


Angebotsnotar

(von lateinisch notarius: Schreiber, Sekretär, Schnellschreiber, bzw. notare: kennzeichnen, aufzeichnen, bemerken anmerken, später: durch kaiserliche Gewalt bestellter öffentlicher Schreiber)

Der Notar bei dem das Kaufvertragsangebot protokolliert wird. Der Verkäufer kann dieses Angebot dann beim Angebotsnotar, oder einem anderen Notar anehmen.


Anliegerleistung

Laut Vorschreibung der Gemeinde (Aufschließungskosten und Kosten der Baureifmachung des Grundstückes) sowie Anschlußgebühren und -kosten (Wasser, Kanal, Strom, Gas, Telefon etc.)


Annahmeerklärung

(Erklärung von althochdeutsc erklaeren: klar machen, klar werden)

Willenserklärung, die als Antwort auf ein vorangegangenes Kaufvertragsanbot den Vertrag zu Stande bringt.


Annuität

(von lateinisch annus: Jahr)

Gesamtbetrag aller Zins- und Tilgungsleistungen für ein Darlehen innerhalb eines Jahres.

Siehe auch 

Annuitätendarlehen


Annuitätendarlehen

(Annuität von lateinisch annus: Jahr; Darlehen von althochdeutsch darleihen: leihweise überlassen)

Der Kreditnehmer zahlt bis zur vollen Rückzahlung des Darlehens eine jedes Jahr gleich bleibende Summe (Annuität) an den Darlehensgeber (in der Regel natürlich in monatlichen Raten).

Diese setzt sich aus Zinszahlungen an die Bank und Tilgungsleistungen des Darlehensnehmers zusammen. Im Lauf der Zeit vermindert sich der Anteil der Zinszahlungen und es erhöht sich der Anteil der Tilgungsleistung (in der gleichbleibenden Rate), da die Darlehensschuld mit jeder Zahlung geringer wird und somit die darauf entfallenden Zinsen sinken.

 

Die Annuität wird je nach vertraglicher Vereinbarung in gleichen monatlichen (oder seltener vierteljährlichen) Teilbeträgen gezahlt.

Annuitätendarlehen (auch Amortisations- oder Tilgungsdarlehen genannt) sind die bei der Baufinanzierung die meist verwendete Darlehensform.

 

Gerade bei Finanzierungen kann man sehr viel Geld sparen bzw. je nach Finanzierungsmodell viel Geld verlieren.


Anschaffungskosten

(Kosten von spät-hochdeutsch kosta: Aufwand, Preis , von constare: zu stehen kommen)

Beim Kauf fertiger Gebäude spricht man von Anschaffungs- oder Erwerbskosten (=Kaufpreis plus Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Gebühren (Notar & Ämter) und evtl. Maklercourtage).


Auflassung (Aufsandungserklärung)

(aus dem Germanischen: Wenn ein Haus von einem neuen Eigentümer übernommen wurde, dann ließ man mehrere Tage die Tür offen (= auflassen), damit die anderen Dorfbewohner die Eigentumsübertragung wahrnehmen konnten)

Ein juristischer Fachbegriff. Er bezeichnet die Aufgabe von Besitzrecht und die Übertragung desselben auf jemand anderen (= die Eigentumsübertragung). Die Auflassung wird normalerweise im Rahmen des Kaufvertrags von einem Notar beurkundet. Auflassung und Eintragung des Eigentumswechsels ins

Grundbuch bewirken den Eigentumsübergang.

„ausdrückliche“ Erklärung einer Person, dass sie in die grundbücherliche Eintragung einer vertraglichen Änderung ihrer Rechte einwilligt.


Auflassungsvormerkung (Vormerkung mit einer Rangordnung)

(aus dem Germanischen: Wenn ein Haus von einem neuen Eigentümer übernommen wurde, dann ließ man mehrere Tage die Tür offen (= auflassen), damit die anderen Dorfbewohner die Eigentumsübertragung wahrnehmen konnten)

Eintragung ins Grundbuch, die den Anspruch des Grundstückskäufers auf Eigentumsübertragung bis zu seiner endgültigen Eintragung als neuer Eigentümer sichert.

Durch das Eintragen der Vormerkung ins Grundbuch wird sichergestellt, dass der Verkäufer die Immobilie nicht gleichzeitig an mehrere Personen verkauft. Sie wird durch einen Notar eingetragen, und nur ein Notar kann sie wieder löschen (austragen lassen).


Ausbauhaus

(von germanisch husa: Haus, Hütte)

Die Immobilie wird bis zum gewünschten Grad fertiggestellt (durch einen meist gewerblichen Dienstleister, wie z. B. ein Bauträgerunternehmen), den Rest übernimmt der Bauherr (Kunde), der das Haus selbst ausbaut.


Auszahlung

Die Auszahlung (im Fachjargon Valutierung) des Darlehens erfolgt erst, wenn die Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt sind.

Wird das Darlehen ausnahmsweise schon vorher ausgezahlt (z. B. auf ein Notaranderkonto), so wird manchmal zum Ausgleich für den höheren Aufwand und das Risiko ein Vorvalutierungszuschlag erhoben.

Bei fertigen Gebäuden wird das Darlehen üblicherweise in einem Betrag, bei Neubauten entsprechend dem Baufortschritt in Teilbeträgen ausgezahlt.


Auszahlungskurs

(von lateinisch cursus: Rundlauf. Der Preis also, für den etwas im Umlauf ist)

Um Steuervorteile und geringere Zinsen zu erhalten, werden nicht immer 100 Prozent eines Darlehens ausgezahlt. Der Auszahlungskurs ist der Prozentsatz des Darlehensbetrages, den der Darlehensnehmer tatsächlich erhält. Der Rest ist praktisch eine Zinsvorauszahlung.

 

Beispiel:

Der Darlehensbetrag liegt bei 100.000 Euro, der Auszahlungskurs bei 95 Prozent, also bekommt der Darlehensnehmer nur 95.000 Euro ausbezahlt. Die 5.000 Euro, die die Bank als Zinsvorauszahlung (auch Disagio genannt) einbehält, führen zu einem niedrigeren Kreditzins und können eventuell steuerliche Vorteile bringen, wenn sie abgesetzt werden können. Da der Kreditnehmer aber 100.000 Euro zurückzahlen muss, ist abzuwägen, ob es sinnvoll ist, diese Finanzierungsvariante zu wählen oder sich stattdessen 100 Prozent der Darlehenssumme auszahlen zu lassen.

Siehe auch

Disagio


Auszahlungsvoraussetzungen

Banken zahlen ein Darlehen erst dann aus, wenn die Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt und entsprechende Nachweise vorgelegt worden sind.

Hierzu gehören vollständige unterzeichnete Darlehensverträge, Eintragung der Grundpfandrechte an vereinbarter Rangstelle ins Grundbuch sowie sonstige von der Bank im jeweiligen Einzelfall verlangte Urkunden und Nachweise.


Aval

(von italienisch avallo: Wechsel)

Stellt einen Kredit dar, den ein Kreditinstitut gewährt, indem es eine Bürgschaft übernimmt oder eine Garantie stellt.

Das Kreditinstitut stellt somit keinen Geldbetrag, sondern die eigene Kreditwürdigkeit zur Verfügung.

Übernimmt das Kreditinstitut eine Bürgschaft, verpflichtet es sich, für die Verbindlichkeiten des Kreditnehmers einem Dritten gegenüber einzustehen.

Das bekannteste Beispiel ist die Kautionsbürgschaft bei Mietverträgen anstatt der Kaution in bar oder durch Überweisung.


Avalgebühr


Quelle: Wikimedia Foundation Inc., Alex Fischer - Düsseldorf, Cosmo Paris Anders